Diesen Weg auf den Höh’n bin ich oft gegangen…

Der Rennsteig ist ein 170km langer Wanderweg von Eisenach (Hörschel) nach Blankenstein (Saale Orla Kreis) entlang des Kamms des Thüringer Waldes.

Im Herbst 2019 hatte ich begonnen, den Weg zu gehen. Den Rennsteig wollte ich schon immer mal wandern. Also bin ich die ersten 63km bis Oberhof gelaufen. Dann kam der Winter und Corona.

das Rondell bei Oberhof, Juli 2021

Letzten Sonntag habe ich das Vorhaben wieder aufgegriffen und bin als Kick Off die kurze, schöne Strecke von Oberhof zum Bahnhof Rennsteig gewandert. Der Weg (15km) führt am Schneekopf vorbei, über die Schmücke hinunter zum Bahnhof Rennsteig.

Mit dem ICE dauert es 45 Minuten von L.E. nach Erfurt, der Welthauptstadt der Thüringer. Von dort geht es mit dem Pendolino durch die engen Kurven des Geratals nach Zella Mehlis. Hier startete der Bus, der sich die Serpentinen zum Rennsteig hinauf schraubt und den Wanderer direkt am Rondell absetzt. Anfahrt von Leipzig ca. 2 Stunden.

Der Rennsteig ist angenehm zu gehen. Da er entlang des Kamms führt, muss man keine großen Höhenunterschiede bewältigen.
Blick hinunter nach Suhl. Am Horizont sieht man die beiden Gleichberge bei Römhild. Auf dem großen Gleichberg kann man die Überreste eines beeindruckend großen, keltischen Oppidums besichtigen. Rechter Hand schaut man zur Rhön (nicht mehr auf dem Bild) z.B. zur Wasserkuppe.
Auch schön: links und rechts des Weges kann man durch kleine Abstecher „Gipfel“ abhaken. Einge Berge liegen direkt auf dem Weg, wie hier der Rosenkopf.

Der Schneekopf ist mit 978m ü. NN der zweithöchste Berg des Thüringer Waldes.

Auf der Plattform des Aussichtsturms befindet man sich mit 1001m ü NN am höchsten Punkt Thüringens. Von hier hat man eine tolle Rundumsicht. Bei guter Sicht sieht man die Thüringer Pforte. Bei außergewöhnlich guter Sicht kann man den Brocken im Harz sehen.

In der Baude auf dem Schneekopf habe ich meinen Morgenkaffee nachgeholt…

Über allen Gipfeln
Ist Ruh‘,

In allen Wipfeln
Spürest Du

Kaum einen Hauch;

Die Vögelein schweigen im Walde.
Warte nur! Balde

Ruhest du auch.

Johann Wolfgang von Goethe

Über die Schmücke geht es weiter. Hier trifft man viele Ausflügler. Die Straßen im Thüringer Wald sind unter Motorradfahrer beliebt…

Man begegnet einigen Leuten auf E- Bikes, die den Wanderweg für Crossfahrt nutzen. Das ist manchmal lästig. Zumal ein paar Meter parallel eine Straße führt, die sich komfortabler mit dem Rad befahren lässt.

Es geht vorbei am Gedenkstein für Herbert Roth. Der Komponist der heimlichen Thüringer Hymne hat auch ein Plätzchen an „seinem“ Rennsteig . Vom Börsenplatz..

…geht es zum Mordfleck. Für Manchen ist hier Endstation, ein Anderer läuft alleine weiter…

… und erreicht den Bahnhof Rennsteig.

Der Bahnhof Rennsteig wurde mit der Strecke nach Schmiedefeld in den Neunzigern geschlossen. Vor ein paar Jahren wurde die Strecke zum Rennsteig reaktiviert. An Wochenenden und Feiertagen ist er ein toller Start- oder Endpunkt für Wanderungen. Man kann das Rad im Triebwagen mitnehmen und herrlich das Ilmtal bergab Richtung Ilmenau fahren (Ilmtal Radweg).

Ich bin von hier nach Hause gefahren. Die Rennsteigbahn windet sich sehr langsam nach Stützerbach hinunter ins Ilmtal, weiter die Ilm entlang nach Ilmenau und fährt schließlich nach Erfurt, wo man wieder Anschluss an die große, weite Welt hat. Zum Abendessen war ich wieder zurück in der weltgrößten Sachsenmetropole. Es gab natürlich Thüringer Klöße.

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